Welche Tiere werden eingesetzt?
Inhaltsverzeichnis
01
Nicht jedes Tier ist geeignet – und das ist gut so
02
Diese Tiere werden häufig eingesetzt
03
Was macht ein Tier geeignet?
04
Und welche Tiere eignen sich nicht?
Nicht jedes Tier ist geeignet – und das ist gut so
Die Frage „Kann ich mein Tier einsetzen?" hören wir oft. Die Antwort lautet: kommt drauf an. Nicht alle Tiere sind für tiergestützte Arbeit geeignet – und das hat nichts mit Vorlieben zu tun, sondern mit Tierschutz, Sicherheit und Fachlichkeit.
Die ISAAT (International Society for Animal-Assisted Therapy) hat eine sogenannte Positivliste erstellt. Sie legt fest, welche Tierarten unter welchen Bedingungen eingesetzt werden dürfen. Grundregel: Nur domestizierte, stresstolerante und gut sozialisierte Tiere kommen infrage.
Diese Tiere werden häufig eingesetzt
Hunde
Die mit Abstand häufigste Tierart in der TGI. Hunde sind sozial, lernfähig, reagieren auf Menschen und können vielfältig eingesetzt werden: in Schulen, Kliniken, Therapiepraxen, Altenheimen. Aber: Nicht jeder Hund ist geeignet. Charakter, Stresstoleranz, Ausbildung und Gesundheit sind entscheidend. Ein ruhiger, menschenbezogener Hund mit guter Sozialisierung hat ganz andere Einsatzmöglichkeiten als ein jagdlich motivierter oder ängstlicher Hund.
Pferde, Esel, Maultiere
Pferde werden oft in der Reittherapie, heilpädagogischen Reiten oder in der Arbeit mit traumatisierten Menschen eingesetzt. Ihre Größe, Kraft und Sensibilität machen sie zu besonderen Partnern – aber auch zu Tieren, die viel Fachwissen erfordern. Esel gelten als besonders geduldig und ruhig.
Katzen
Katzen werden seltener eingesetzt – und wenn, dann nur bei besonders geeigneten Individuen. Sie sind eigenständiger als Hunde, weniger trainierbar und oft stressanfälliger. Aber in Pflegeheimen oder ruhigen Settings können sie wunderbare Begleiter sein.
Kleintiere: Meerschweinchen, Kaninchen
Ideal für Settings, in denen Menschen mit Hunden oder großen Tieren überfordert wären. Kleintiere eignen sich besonders für Kinder, ängstliche Personen oder Menschen mit Demenz. Sie sind handhabbar, beruhigend und ermöglichen sanfte Kontakte.
Nutztiere: Ziegen, Schafe, Hühner
Zunehmend beliebt, vor allem in naturnahen oder landwirtschaftlichen Settings. Ziegen sind neugierig und aktiv, Schafe ruhig und gruppenbezogen, Hühner überraschend interaktiv. Hühner werden mittlerweile häufiger in Kitas, Schulen und therapeutischen Einrichtungen eingesetzt.
Was macht ein Tier geeignet?
Es sind nicht die Tierart oder die Rasse allein, sondern
diese Faktoren:
- Domestikation: Wildtiere und Exoten sind ausgeschlossen
- Stresstoleranz: Kann das Tier mit wechselnden Situationen umgehen?
- Sozialisierung: Ist es an Menschen, Geräusche, unterschiedliche Umgebungen gewöhnt?
- Lernfähigkeit: Kann es trainiert und auf Signale konditioniert werden?
- Gesundheit: Ist das Tier physisch und psychisch stabil?
- Sicherheit: Besteht kein erhöhtes Risiko für Mensch oder Tier?
Und welche Tiere eignen sich nicht?
Wildtiere, Exoten, Reptilien oder nicht domestizierte Arten gehören nicht in die tiergestützte Arbeit – egal wie zahm sie erscheinen. Auch innerhalb geeigneter Arten gibt es Individuen, die nicht passen: ängstliche Hunde, aggressive Katzen, gestresste Pferde. Das Tier zu schützen ist genauso wichtig wie der Mensch, dem geholfen werden soll.

