Was ist tiergestützte Arbeit?
Inhaltsverzeichnis
01
Wenn
Tiere helfen – aber professionell
02
Vier Formen – vier unterschiedliche Wege
03
TGI ist Ergänzung, kein Ersatz
Wenn Tiere helfen – aber professionell
Vielleicht hast du schon mal gehört, dass in Schulen Hunde im Unterricht sind. Oder dass Menschen mit Demenz plötzlich wieder lächeln, wenn ein Tier zu Besuch kommt. Tiergestützte Arbeit – oder genauer: Tiergestützte Interventionen (TGI) – ist genau das: der gezielte, fachlich begleitete Einsatz von Tieren, um Menschen zu unterstützen.
Aber es ist mehr als „ein Tier mitbringen". TGI bedeutet:
International hat sich der Begriff Animal-Assisted Interventions (AAI) etabliert. Die Standards dafür kommen von der IAHAIO – der International Association of Human-Animal Interaction Organizations.
Vier Formen – vier unterschiedliche Wege
Tiergestützte Arbeit ist nicht gleich tiergestützte Arbeit. Je nach Ziel, Qualifikation und Rahmen gibt es vier anerkannte Hauptformen:
Hier geht es um Behandlung, Linderung oder Verbesserung von Symptomen. Durchgeführt wird AAT von Psychotherapeutinnen, Ergotherapeutinnen, Physiotherapeutinnen oder Logopädinnen – also Menschen mit staatlich anerkannten Therapieberufen. Die Arbeit ist medizinisch oder psychologisch indiziert, Teil eines Behandlungsplans und wird genau dokumentiert.
Tiere unterstützen Bildungs-, Lern- und Entwicklungsprozesse. Typisch sind Schulhundprogramme, Anti-Mobbing-Konzepte oder Inklusionspädagogik. Durchgeführt wird AAP von Lehrerinnen, Sozialpädagoginnen oder Erzieher*innen. Dieser Bereich wächst stark – gesellschaftlich wird er immer relevanter.
Motivierende, oft besuchsartige Angebote ohne therapeutischen Auftrag. Ziel: Lebensqualität verbessern, Menschen aktivieren, Freude bringen. Beispiele sind Tierbesuchsdienste in Altenheimen oder Streichelzoos in sozialen Einrichtungen. Hier ist keine spezielle Ausbildung erforderlich – wichtig sind Freude an der Arbeit mit Tier und Mensch sowie Erfahrung in der Tierhaltung.
Ein relativ neues Feld: präventiv, niedrigschwellig, zum Beispiel in Schulen oder Pflegeeinrichtungen. Programme zur Stressprävention, Bewegungsförderung oder Resilienz-Stärkung. Die Forschung zeigt klare Effekte auf Herzfrequenz, Cortisolspiegel und subjektives Wohlbefinden.
TGI ist Ergänzung, kein Ersatz
Eines ist wichtig zu verstehen: Tiergestützte Arbeit ersetzt kein Fachpersonal. Sie ist eine Ergänzung – eine Methode, die in professionelle Konzepte eingebettet wird. Ein Schulhund macht keine Lehrkraft überflüssig. Ein Therapiehund ersetzt keine Psychotherapie. Aber Tiere können Türen öffnen, Motivation schaffen und Prozesse unterstützen, die sonst schwerer zugänglich wären.

