Voraussetzungen: Was brauche ich, um zu starten?
Inhaltsverzeichnis
01
Fachliche und rechtliche Grundlagen für eine seriöse Praxis
02
Persönliche Eigenschaften: Die innere Haltung als Ressource
Fachliche und rechtliche Grundlagen für eine seriöse Praxis
Der Übergang von der bloßen Idee zur konkreten Umsetzung tiergestützter Arbeit erfordert die Erfüllung spezifischer fachlicher, rechtlicher und persönlicher Voraussetzungen. Diese bilden das Fundament für eine professionelle, ethische und sichere Praxis.
Die tiergestützte Arbeit ist in der Regel eine
Zusatzqualifikation, die auf einem bestehenden beruflichen Abschluss aufbaut.
Sie benötigen eine fundierte Grundausbildung in einem therapeutischen,
pädagogischen, sozialen oder pflegerischen Berufsfeld, da die Tiere nicht als
eigenständige Therapeuten agieren, sondern als Co-Partner in professionellen
Prozessen eingesetzt werden. Ergänzend dazu ist eine spezifische
TGI-Weiterbildung unerlässlich, die Sie mit den Wirkmechanismen, Methoden,
ethischen Leitlinien und dem Risikomanagement der tiergestützten Intervention
vertraut macht. Diese Weiterbildung sollte idealerweise von einem anerkannten
Institut angeboten werden, um höchste Qualitätsstandards zu gewährleisten.
Rechtlich ist es entscheidend, sich über die spezifischen
Anforderungen und Genehmigungen in Ihrem Bundesland oder Ihrer Kommune zu
informieren. Dies kann die Klärung von Zuständigkeiten bei Gesundheitsämtern,
die Einhaltung von Tierhalteverordnungen oder die Notwendigkeit von speziellen
Genehmigungen für den Tiereinsatz in bestimmten Einrichtungen umfassen. Für den
Schutz aller Beteiligten ist zudem ein ausreichender Versicherungsschutz
essenziell, der neben einer persönlichen Haftpflichtversicherung auch eine auf
den TGI-Einsatz ausgerichtete Tierhalterhaftpflicht und gegebenenfalls eine
Berufshaftpflicht umfasst.
Persönliche Eigenschaften: Die innere Haltung als Ressource
Neben den formalen Qualifikationen spielen Ihre persönlichen
Eigenschaften eine zentrale Rolle für den Erfolg in der tiergestützten Arbeit.
Sie sind nicht nur Fachkraft, sondern auch die Brücke zwischen Klient:innen und
Tier. Eine hohe Empathiefähigkeit gegenüber Menschen und Tieren, Geduld,
Belastbarkeit und eine ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstreflexion sind hier von
großer Bedeutung.
Die Bereitschaft, eigene Verhaltensmuster kritisch zu
hinterfragen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, ist ebenso wichtig wie
die Fähigkeit, in komplexen Situationen Ruhe zu bewahren und souverän zu
agieren. Ihre eigene stabile Persönlichkeit und Ihr authentisches Auftreten
tragen maßgeblich zur Vertrauensbildung und zur positiven Atmosphäre bei.

